Potsdam: Offener Brief an Madsack-Geschäftsführung

Sehr geehrter Herr Flecken,

ein halbes Jahr, nachdem die Mediengruppe Madsack unser Unternehmen gekauft hat, wurden die Kolleginnen und Kollegen am 12.06.2012 darüber informiert, dass die komplette Anzeigenvorstufe aufgelöst wird und unser Leiter Anzeigenproduktionsservice sowie sämtliche Mitarbeiter der Gestaltung, des Korrektorates, der Erfassung, der technischen Arbeitsvorbereitung und der kaufmännischen Sachbearbeitung, die komplette Personalabrechnung, nahezu alle Mitarbeiter des Rechnungswesens und ein Teil der IT-Abteilung entlassen werden sollen. Als Motiv für unsere Entlassung führte die Geschäftsführung Marktzwänge, ökonomische Gründe und nicht zuletzt unsere hohen Personalkosten ins Feld.

Aber zurück zum Anfang.

Großen Eindruck auf uns hat es gemacht, wie Sie bei Ihrer ersten Veranstaltung davon sprachen, dass bei Ihnen immer die besseren Argumente zählen.

Seltsam nur – Sie wollen uns entlassen und haben unsere Argumente gar nicht eingeholt!

Das Versäumte holen wir sehr gern nach.

Hier unsere Argumente, warum Sie uns behalten sollten:

  • Nahezu jeder von uns Kolleginnen und Kollegen aus der Verlagsproduktion hat eine polygrafische Ausbildung, sehr viele Jahre Berufserfahrung im Anzeigengeschäft und ist variabel einsetzbar.
  • Wir sind zuverlässig und vor Ort ansprechbar.
  • Mit uns haben Sie echte Fachleute, die mit erprobtem Pioniergeist und Feuereifer bei der Sache sind, nicht zuletzt weil wir schon viele Stürme mit der MAZ erlebthaben und dabei jede Menge neue Systeme mit jeweils anderer Software erlernt haben (auch den Wechsel vom Blei (!) zum Computer – z. B. mit CCI AdChamp, CCI Editor, Atex, Pagemaker, QuarkExpress, CorelDraw, ViVa-Editor und neuerdings InDesign und Illustrator, womit wir auch kompatibel zu Hannover sind).
  • Unser Anzeigen-Rahmenprogramm lässt keinen Kundenwunsch offen und sucht seinesgleichen; wir haben hervorragende Anzeigen-Musterbücher erstellt.
  • Das Anzeigengeschäft soll Ihrer Aussage nach stabilisiert werden; wir sind seit langem ein Teil davon und niemand kennt die Wünsche der MAZ-Anzeigen-Kunden so gut wie wir.
  • Wir lieben unseren Beruf und arbeiten nicht nur des Geldes wegen.
  • Wir sind lernfähig und lernwillig.
  • Wir sehen die im Umbruch befindliche Medienlandschaft wie Sie, sind offen für neue Strategien und haben große Lust, bei Neuem dabei zu sein.
  • Es wäre unökonomisch, so viel Potenzial, einen so großen Erfahrungsschatz einfach lautlos zu entfernen.

Glauben Sie uns – wir sind gut für Sie!

Mit freundlichen Grüßen

viele Kolleginnen und Kollegen der Märkischen Verlags- und Druck-Gesellschaft, insbesondere die von Kündigung bedrohten.

Im Auftrag der Kolleginnen und Kollegen leitet der Betriebsrat diesen Brief weiter.

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