OZ-Mitarbeiter protestieren für Tarife

ostseestreikGemeinsam mit Beschäftigten aus Verlag und Technik haben Redakteure der Ostsee-Zeitung (OZ) für Bewegung in den laufenden Tarifverhandlungen demonstriert. Unter dem Motto „Alles gekündigt – nichts ist sicher. Ich glaub’, mein Schwein pfeift!“ wandten sie sich bei der Kundgebung vor dem Pressehaus in der Rostocker Innenstadt gegen die von den Verlegern geforderte Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und machten sich für eine Erhöhung von Löhnen und Gehältern stark. „Die Traum-Renditen früherer Jahre gehören in vielen Zeitungsbetrieben der Vergangenheit an. Es wird aber immer noch gutes Geld verdient – auch im Norden“, heißt es in einem an alle Mitarbeiter der größten Tageszeitung Mecklenburg-Vorpommerns verteilten Karte. Schließlich werde seit Jahren auf Kosten der Mitarbeiter gespart, durch die Streichung von Stellen, was zu einer massiven Arbeitsverdichtung geführt habe.

Thema bei der Kundgebung waren zudem Pläne der OZ-Konzernmutter Madsack aus Hannover, die vor wenigen Tagen ein Programm zur noch stärkeren Zentralisierung der überregionalen Berichterstattung sowie weiterer Verlagsbereiche vorgestellt hatte und zudem die Abschaffung der Tarifbindung an verschiedenen Standorten vorantreibt. Angeblich will sich die Mediengruppe, deren größter Gesellschafter die SPD-Medienholding DDVG ist, auf diesem Weg fit machen für neue Geschäftsmodelle. „Dafür muss in Mitarbeiter und Technik investiert werden – eine klassische Aufgabe des Unternehmers“, meinen die Arbeitnehmervertreter. „Wer das dafür benötigte Geld vorab bei seinen Angestellten einkassieren will, glaubt wohl nicht an die Zukunft. Ist das die Strategie: Noch möglichst viel Rendite abgreifen?“

Die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband fordern für die rund 14 000 Redakteurinnen und Redakteure bei Tageszeitungen sowie für Freie und Pauschalisten 5,5 bzw. sechs Prozent mehr Geld sowie die Einbeziehung von Online-Redakteuren in den Geltungsbereich der Tarifverträge und eine Modernisierung der Ausbildungsbedingungen, um vor allem dem Wandel zu digitalen Medien Rechnung zu tragen. In den vergangenen Wochen hatten sich die Auseinandersetzungen zugespitzt – vor allem im Süden und Westen Deutschlands traten daraufhin Hunderte Journalisten in den befristeten Ausstand.

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