MAZ-Druckerei in Potsdam: Unternehmen verweigert weiterhin Tarifverhandlungen

Auch die beiden Warnstreiks am 23. August und 17. September haben die Geschäftsführung nicht von ihrer Ablehnung von Tarifverhandlungen abgebracht. Gleichzeitig wurde versucht, den Betriebsrat zum Abschluss einer gesetzwidrigen Betriebsvereinbarung über Arbeitszeitabsenkung in Weiterverarbeitung, Werkstatt und Plattenherstellung zu bewegen. Nach einer Sitzung der Vertrauensleute am vergangenen Samstag hat ver.di deshalb jetzt Gespräche über eine tarifliche Beschäftigungssicherung für diese Bereiche angeboten. Gleichzeitig bleibt es aber bei der Forderung nach Abschluss eines Vertrages zur Anerkennung der geltenden Flächentarifverträge.
In einer tariflichen Beschäftigungssicherungsvereinbarung kann die von der Arbeitgeberseite geforderte Absenkung der Arbeitszeit auf 33 Stunden enthalten sein, erklärte unser Verhandlungsführer Siegfried Heim. Allerdings betonte er weiter, dass dann auch über Themen wie die Gefährdung von Arbeitsplätzen durch Fremdvergabe von Arbeiten gesprochen werden müsse.

Außerdem hätten solche Verhandlungen auch keine Auswirkung auf die Forderung nach Abschluss eines Anerkennungstarifvertrages, die selbstverständlich weiter aufrecht erhalten wird.

Wie geht es weiter?

Bei der Sitzung der ver.di-Vertrauensleute wurde auch darüber beraten, wie mit der Weigerung der Geschäftsleitung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen in den nächsten Wochen und Monaten umgegangen werden soll. In diesem Zusammenhang wurde vor allem diskutiert, wie die Tarifauseinandersetzung in Potsdam mit den anderen Streikbewegungen im Madsack-Konzern verknüpft werden kann. Bekanntlich fordern auch die Beschäftigten des Hannoveraner Konzern-Callcenters KSC und der Oberhessischen Presse in Marburg Verhandlungen über Tarifverträge und haben dafür auch bereits gestreikt – trotz massiver Einschüchterung und Bedrohung durch die jeweiligen Geschäftsleitungen. Außerdem hat die Madsack-Konzernleitung verkündet, ab sofort bis 2018 weitere Umstrukturierungen zu machen, die verbunden sind mit weiterer massiver Tarifflucht des Konzerns. Auch hier beraten die betroffenen Beschäftigten über Protestmaßnahmen und Gegenwehr.

Eure ver.di-Vertrauensleute – 22.10.2013

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