Resolution

Resolution, übergeben im Gespräch mit den Geschäftsführern der dd_vg am 5. Dezember 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind einer der Gesellschafter der Mediengruppe Madsack. Die Mediengruppe Madsack ist zu 100 Prozent am Kunden Service Center (KSC) GmbH Co KG beteiligt. Das Kunden-Service-Center ist ein ausgegliederter Servicedienstleister der Mediengruppe Madsack. Gemein hin werden wir als „Call-Center“ bezeichnet. Wir gebrauchen den Begriff Fachabteilung, da unsere Tätigkeiten deutlich anspruchsvoller, komplexer und umfangreicher sind, als die bei einem klassischen Call-Center zu leistenden Tätigkeiten. Seit Frühjahr dieses Jahres setzen sich die Beschäftigten mit ihrer Gewerkschaft ver.di für die tarifvertragliche Regelung ihrer Arbeitsverhältnisse ein. Dies wird ihnen seitens der Konzernleitung permanent verweigert.

Darüber hatten die Streikenden Sie bereits in einem Schreiben informiert. Den Eindruck, den Frau Hendricks und Herrn Berendsen in ihren Antwortschreiben an die Streikenden erwecken, dass es bereits einen teuren Tarifabschluss gebe, der die Gesellschaft und deren Zukunft erheblich belaste, trifft nicht zu. Wir fordern Verhandlungen, Sie sind ein Teil des Prozesses, in dem sich die beiden Parteien austauschen und auf ein Ergebnis verständigen (können). Ihre Stellungnahmen sind nicht auf die Sache bezogen, sondern auf deren Verhinderung.

Bei unserem Engagement für einen Entgelt-Tarifvertrag für die Beschäftigten des KSC stellen wir inhaltlich keine unbotmäßigen Forderungen. Wenn Sie davon sprechen, dass die Gesellschaft rote Zahlen realisiert, so gestatten Sie uns den Hinweis, dass ein Stundenlohn X oder Y im Wesentlichen nicht über rote oder schwarze Zahlen im Geschäftsergebnis entscheidet. Wenn Sie uns die Bilanzen und Wirtschaftsprüferberichte der letzten Jahre überlassen, werden wir – auch für die Tarifverhandlungen – ihnen gerne diesen Nachweis erbringen.

Im KSC arbeiten rund 80 Arbeitnehmer/innen, die alle zusammen mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag leisten, dass die Produkte der Mediengruppe Madsack von den Kunden angenommen werden. Sie haben maßgeblich Einfluss auf die Kundenzufriedenheit, durch den exzellenten Support und die kompetente Bearbeitung. Damit sorgen sie für die Verbesserung und den Ausbau von ertragreichen Geschäftsbeziehungen in der Region. Im anhaltenden Gattungswandel wird die Produktvielfalt der Mediengruppe Madsack sicher weiterhin zunehmen, damit die gewünschten wirtschaftlichen Erfolge generiert werden können, sind Sie auch auf die Motivation der Beschäftigten des KSC angewiesen.

Wir wollen Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung der KSC, nicht mit Ihnen. Wir haben die Erwartungshaltung an einen sozialdemokratischen Gesellschafter, der für sich in Anspruch nimmt, neben seiner finanziellen Funktion, auch einen inhaltlichen Anspruch in seinem Medienengagement zu verfolgen.

Wir schauen als Gewerkschafter natürlich auf das Verhalten eines Gesellschafters, der sich der Gewerkschaftsbewegung verbunden fühlt. Das konkrete Verhalten im Falle KSC passt nicht zusammen. Hierbei ist unser Kriterium nicht die Unternehmensphilosophie bzw. -verfassung der ddvg. Unser Maßstab sind unsere gewerkschaftlichen Ziele und deren Unterstützung durch die Sozialdemokratie.

Tarifflucht bei der überwiegenden Zahl der Zeitungsverlage ist bundesweit an der Tagesordnung. Eine ganze Branche entzieht sich der sozialpolitischen Verantwortung. Diese demokratiezerstörende Verantwortungslosigkeit wollen wir nicht länger hinnehmen. Deshalb fordern wir faire Löhne für faire Arbeit, einen Lohn- und Gehaltstarifvertrag für die Beschäftigten des KSC.

Wir erwarten von Ihnen als Gesellschafter,
• dass Sie sich für die sofortige Aufnahme von Haustarifverhandlungen zwischen unserer Gewerkschaft verdi und der Geschäftsführung des KSC einsetzen.
• dass Sie sich dafür einsetzen, dass das Programm Madsack 2018 nur mit einem Sozialtarifvertrag, der zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Konzernleitung abzuschließen ist, umgesetzt wird.
• dass Sie sich dafür einsetzen, dass die tariflosen Arbeitsbedingungen in der Mediengruppe Madsack zukünftig der Vergangenheit angehören.

Ihre Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter des KSC

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