Heute wieder Tarifverhandlungen im Call-Center von Madsack

Die heutigen Tarifverhandlungen für die Arbeitnehmer/innen des Call-Centers von Madsack in Hannover finden unter schwierigen Vorzeichen statt. Nach 81 Tagen Streik kam es zu einer ersten Verhandlungsrunde am 29.01.14, auf der man sich über den Rahmen der Tarifgespräche verständigt hatte, worüber man insgesamt sorechen will. Der Arbeitgeber hatte seine Position deutlich gemacht: Ein Tarifabschluss darf den derzeitigen Kostenrahmen nicht überschreiten. Es wurden Termine für die kommenden Verhandlungen vereinbart.

Zweite Verhandlungsrunde führte zu einer Rolle rückwärts der KSC-Geschäftsleitung

In der zweiten Verhandlungsrunde am 13.02.2014 ging es u.a.m. um das Geld und die Rahmenbedingungen. ver.di sagte im Anschluss, dass es bei der Geschäftsleitung offenbar zu einer Neupositionierung gekommen sei. Die bisherige Entgelt-Struktur solle der einzige Rahmen für Verhandlungen sein. Sachbezogen und lösungsorientiert meinte ver.di: „Wir haben Herrn Nixdorf aufgefordert, uns den Kostenrahmen dezidiert darzustellen und zu erläutern.” Im Vorfeld der heutigen Tarifverhandlung wird dieses Thema durch den Arbeitgeber weiter belastet, so dass der Weg aus dem Tarifkonflikt offen scheint.

Die Probleme für die Konzernleitung werden umfänglicher
Zwischenzeitlich hat sich aber mit der offenen Situation in den beiden Tarifrunden Druck und Redakteuren/innen für Madsack die Lage verändert. Wenn  man so will, gibt es in allen wichtigen Geschäftsfeldern von Madsack Streiks und zugespitzte Auseinandersetzungen, die sich jetzt ergänzen könnten. Bisher hatte das noch kein Zeitungsverlag bzw. eine Mediengruppe geschafft.

„Madsack 2018“ kann ins Getriebe der verschiedenen Interessengruppe kommen
Selbst wenn man unterstellt, dass die Unternehmensspitze die Lage einschätzen kann, auf den für sie so wichtigen Umstrukturierungsprozess, das Programm „Madsack 2018“ kann sich das auswirken, Madsack benötigt die Tolerierung und Unterstützung der Mehrheiten in den Belegschaften. Eine Gegenwehr und Tariflicher Protest um Gestaltung sind da nicht gut. Je weiter sich die Interessengruppen in so einem Umorganisationsprozess differenzieren, umso unterschiedlicher wird der Widerstand. „Madsack 2018“ ist bereits heute kein gruppenweiter Prozess, auch Gesellschafter sind von Teilen nicht überzeugt. Was aber die Konzernleitung  in einer anhaltenden rückläufigen Umsatzlage vor allem braucht, ist die Potentialerschließung der Arbeitnehmer/innen, nicht aber deren Verweigerung. So oder so steht auch Madsack vor einer schwierigen Lage: Spitzt man den Konflikt um das KSC weiter zu oder sorgt man unter Gesichtswahrung für einen Weg raus aus dem Tarifkonflikt.

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