100. Streiktag beim KSC: SPD-Medienholding muss Position beim Tarifkonflikt beziehen

Die in Hamburg ansässige SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) sperrt sich nach Auffassung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Niedersachsen/Bremen gegen einen Tarifabschluss in einem ihrer Beteiligungsunternehmen, der Mediengruppe Madsack.  Am 15. April kommen Streikende des Madsack Call-Centers Kunden-Service-Center (KSC) aus Hannover anlässlich des 100. Streiktages nach Hamburg, um den Hauptgesellschafter von Madsack an seine soziale Verantwortung zu erinnern. Seit 100 Tagen streiken die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer/innen des KSC für einen Haustarifvertrag, aber die Geschäftsführung weigert sich nach wie vor, einen tragfähigen Kompromiss zu suchen.

„Wir erwarten von der ddvg eine klare Ansage, dass man jetzt zum Punkt bei den Tarifverhandlungen kommt“, sagt ver.di-Fachbereichsleiter  Lutz Kokemüller für den Bereich der Medienwirtschaft aus Hannover. „Es hat 80 Streiktage gedauert, bis es überhaupt zur Aufnahme von Verhandlungen beim Call-Center gekommen ist. Dort hat es seit 13 Jahre keine Gehaltserhöhungen gegeben und wir wollen endlich einen neuen Weg beschreiten, denn die Beschäftigten haben es verdient.“

Bereits am 50. Streiktag war eine Abordnung der Streikenden zur ddvg nach Hamburg gefahren, um ihren Unmut über das destruktive Verhalten der Gesellschafter deutlich zu machen. In dem anschließenden Gespräch war für ver.di und die Streikenden der Eindruck entstanden, dass Bewegung in die Tariffrage kommt. „Die SPD ist Eigentümerin der ddvg und als politische Partei, die sich an der Seite der Gewerkschaftsbewegung versteht, gehört es sich nicht, seinen Einfluss für eine Konfliktbeilegung nicht zu nutzen“, so Kokemüller. „Die KSC-Beschäftigten leisten eine wichtige Arbeit für Madsack. Der örtliche Geschäftsführer des KSC wird seine Vorgaben haben und er wird sich auf Arbeitgeberseite und auf die Gesellschafter stützten. Genau deshalb sind wir am 15. April um 12 Uhr vor der Deichstraße 47, dem Firmensitz der ddvg in Hamburg.“

Die SPD ist über ihre Medienbeteiligungsgesellschaft ddvg zu 23,1 Prozent an der Mediengruppe Madsack beteiligt und ist größter Einzelgesellschafter. Für die ddvg sitzt der ehemalige NDR-Intendant Prof. Jobst Plog im Aufsichtsrat der Mediengruppe Madsack.

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