ver.di zu den Entlassungen bei der LVZ: Madsack-Konzern vernichtet weiter Arbeitsplätze

verdi_logo_ohne_claim_fond_transparent„Das angebliche Zukunftsprogramm ‚Madsack 2018‘ entpuppt sich als Programm zur Vernichtung von Arbeitsplätzen und als Programm zur Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Tarifflucht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, zu den öffentlich gewordenen Plänen des Hannoverschen Medienkonzerns, bei der „Leipziger Volkszeitung“ 36 Redakteursstellen zu streichen.

Neben den von Kündigung betroffenen Redakteuren greifen die Leipziger Madsack-Manager derzeit auch die Beschäftigten der Druckerei an. Diese hatten in der Nacht von Montag auf Dienstag ab 23:55 Uhr („fünf vor zwölf“) für die Übernahme des bundesweiten Tarifabschlusses der Druckindustrie gestreikt und gegen die Drohung der Geschäftsführung protestiert, die Lohnverzicht bis 2018 und darüber hinaus verlangt, da sie andernfalls die Schließung der Druckerei ins Auge fasse. Das Leipziger Druckzentrum hat 2011 die Tarifbindung über den Arbeitgeberverband verlassen; die Beschäftigten mussten sich damals einen Haustarifvertrag erkämpfen.

Im Rahmen des im vorigen Jahr verkündeten Programms ‚Madsack 2018‘ will der Konzern bis dahin jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen, um bei sinkenden Umsätzen die gleichen Gewinne wie in den vergangenen Jahren erwirtschaften zu können. „Mit tiefen Einschnitten in die Zahl der Arbeitsplätze und allen Formen der Tarifflucht versucht einer der mächtigsten Medienkonzerne Deutschlands seine Rendite zu steigern“, sagte Werneke weiter. Er verwies darauf, dass der Geschäftsführer der Konzernzeitungen „Lübecker Nachrichten“ und „Ostsee-Zeitung“ (Rostock) treibende Kraft hinter dem Beschluss der Nord-Zeitungsverleger ist, den Ende April erzielten Tarifkompromiss für die Tageszeitungsredakteure abzulehnen.

Weiteres Beispiel für das beschäftigtenfeindliche Handeln des Konzerns sei der seit 110 Streiktagen andauernde Tarifkonflikt im Kundenservicecenter (KSC) des Konzerns, das die Telefondienste von „Hannoverscher Allgemeine“ und „Neue Presse“, Hannover, im Anzeigen- und Vertriebsbereich wahrnimmt. Das KSC wurde vor fast 14 Jahren aus dem Madsack-Verlag ausgegliedert, ist tariflos und die Beschäftigten mussten wegen ausbleibender Lohnerhöhung dort inflationsbedingte Reallohnsenkungen von rund 30 Prozent hinnehmen.

„Auch in Druckerei, Verlag und den Lokalredaktionen der ‚Märkischen Allgemeinen‘ in Potsdam hat der Madsack-Konzern Tarifflucht begangen und Mitarbeitern gekündigt“, sagte Werneke. Er verwies zudem auf die von Warnstreiks begleitete Auseinandersetzung in der tariflosen „Oberhessischen Presse“ (Marburg) sowie die bereits erfolgten Kündigungen in Göttingen.

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