ver.di: Madsack schließt Kunden Service Center nach 117 Streiktagen in Hannover

150602-10.verdi_FahneMit Wut und Empörung haben die Beschäftigten des Kunden Service Centers (KSC) der Mediengruppe Madsack auf die gestrige Ankündigung der Konzernleitung reagiert, das Servicecenter bis Dezember 2014 zu schließen. Davon betroffen sind 87 Beschäftigte auf 57 Vollzeitstellen, die ihre Arbeitsplätze in Hannover verlieren werden. Madsack will die Kundenaufträge künftig an MZ Dialog, ein Unternehmen der Mediengruppe DuMont Schauberg in Halle vergeben.

Die Entscheidung der Konzernleitung traf die Beschäftigten nach 117 Streiktagen – einem der längsten Streiks in einem Medienunternehmen. Die Gewerkschaft ver.di führt seit über einem Jahr eine Tarifauseinandersetzung um einen Haustarifvertrag für die KSC-Beschäftigten. Bisher war die Konzernspitze nicht bereit, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu führen. „Auf die berechtigte Forderung nach einem Tarifvertrag erfolgt nun die Schließung des KSC und die Vernichtung der Arbeitsplätze in Hannover. Das ist doch ein Skandal“, empörte sich Lutz Kokemüller, ver.di-Fachbereichsleiter Medien.

„Vor noch nicht mal zwei Jahren sollte das KSC zu dem bundesweit führenden Servicecenter in der Zeitungsbranche ausgebaut werden. Nachdem die Beschäftigten des KSC allerdings begonnen haben, sich für bessere Arbeits- und Entlohnungsbedingungen kollektiv zu engagieren und dafür auch zu streiken, hat dieses Ziel auf einmal keinen Bestand mehr. Stattdessen werden die Mitarbeiter jetzt kollektiv abgestraft. Mit ihrer Weigerung, Tarifverhandlungen zu führen, hat die Konzernspitze von Madsack bereits gezeigt, dass sie das Unternehmen nach Gutsherrenart führen will. Mit dem Schließungsbeschluss treibt sie ihre soziale Verantwortungslosigkeit nun auf die Spitze“, so Kokemüller.

„Wir stehen an der Seite der Betroffenen, die sich seit Jahren engagiert haben und die jetzt vor die Tür gesetzt werden sollen. Auch in Leipzig soll das dortige Call-Center zum Ende des Jahres abwickelt und der Auftrag ebenfalls nach Halle vergeben werden. Von dieser Maßnahme sind mindestens weitere 45 Mitarbeiter betroffen“, sagte der Gewerkschafter.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s