„Waldeckische Landeszeitung“ und „Frankenberger Zeitung“ an Ippen verkauft

ver.di Hessen positioniert sich zum Verkauf der Waldeckischen Landeszeitung“ und der „Frankenberger Zeitung“ an die Verlagsgruppe Ippen bzw. deren Beteiligungsgesellschaft MBG in Bad Hersfeld. ver.di verweist darauf, dass Nordhessen jetzt komplett ein Ippen-Land sei. Erst vergangenen Woche hatte sich die Madsack Mediengruppe von ihrer Beteiligung an der Oberhessischen Presse getrennt. Kurz nach dem Ausstieg des Medienkonzerns Madsack bei der Tageszeitung „Oberhessische Presse“ in Marburg dreht sich das Zeitungskarussell auch in Nordhessen: Die „Waldeckische Landeszeitung“ in Korbach und die „Frankenberger Zeitung“, die bisher zu 100 Prozent zu Madsack gehörten, werden an die Medien Beteiligungsgesellschaft (MBG) in Bad Hersfeld verkauft. Beide Blätter haben zusammen eine Auflage von etwa 22.000 Exemplaren.

Die MBG mit ihrem Geschäftsführer Daniel Schöningh hält bereits Beteiligungen an einer ganzen Reihe von Medienbetrieben in Nord- und Osthessen, unter anderem an der „Werra-Rundschau“ in Eschwege und an der Hersfelder Zeitung sowie an mehreren Anzeigenblättern. Daniel Schöning ist ein Neffe des Zeitungsverlegers Dirk Ippen, der in Hessen die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) und die Offenbach Post verlegt. Die HNA wiederum konkurriert bisher mit eigenen Lokalausgaben mit der Waldeckische Landeszeitung und  der Frankenberger Zeitung. In Korbach und in Frankenberg unterhält die HNA Lokalredaktionen und Geschäftsstellen. „Unabhängig davon, ob dieser Wettbewerb bestehen bleibt: Ganz Nordhessen ist jetzt zeitungstechnisch Ippen-Land“, sagt Manfred Moos von ver.di Hessen.

Von seiner Mehrheitsbeteiligung an der „Oberhessischen Presse“ (OP) hatte sich Madsack letzte Woche nach vierzehn Jahren mit Wirkung zum 1. Januar 2015 getrennt. Das Blatt mit einer Auflage von rund 26.000 Exemplaren ist nun wieder im Alleinbesitz des Verlegers Wolfram Hitzeroth und dessen Ehefrau Luise. Zuletzt hatte die Familie nur noch 49 Prozent der Anteile gehalten. Neben der OP erscheinen im Hitzeroth-Verlag auch mehrere Anzeigenblätter für die Region. „Wir hoffen, dass die Übernahme der OP durch den Marburger Alt-Verleger zur Stärkung der OP und ihrer regionalen Verankerung bei Lesern und Anzeigenkunden führt“, sagte am Montag Manfred Moos vom ver.di-Landesbezirk Hessen.

ver.di erwartet, dass die Bewegungen auf dem Zeitungsmarkt auch Auswirkungen auf die regionalen Zeitungsdruckereien haben werden. Neben der OP wurden bisher auch die Waldeckische Landeszeitung und die Frankenberger Zeitung in Marburg gedruckt. Diese Aufträge sollen dem Vernehmen nach spätestens Ende des Jahres in die Ippen-Druckerei der HNA nach Kassel wechseln. Dort wird bereits auch die Hersfelder Zeitung gedruckt. Nunmehr gelte es, die Arbeitsplätze in der OP-Druckerei in Marburg zu sichern, verlangt ver.di.

Den Rückzug aus Hessen begründet Madsack mit dem „heterogenen Zeitungsmarkt“ in Hessen. Es sei nicht möglich, die „Strategie als Konsolidierer konsequent umzusetzen und eine signifikante Größe zu erreichen“. Eine dritte Beteiligung in Hessen hält Madsack noch in Gelnhausen bei der „Gelnhäuser Neuen Zeitung“ (Auflage 8.500).

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