ver.di: Axel Springer muss Kündigung der Druckaufträge zurücknehmen

verdi_logo_ohne_claim_fond_transparentDie Kündigung der Druckaufträge für die Bild-Zeitung seitens des Axel-Springer Verlages erschwert die ohnehin schwierige Suche nach Kompromissen für die Druckerei der Mediengruppe Madsack am Standort Hannover. „Die vorzeitige Kündigung des Druckauftrages kommt einem Nachtreten gleich – im Fußball ein schweres Foul. Nach uns vorliegenden Informationen soll der Axel Springer Verlag den Vertrag vorzeitig gekündigt haben, weil er im Zusammenhang mit der geplanten Schließung der Madsack Druckerei Arbeitskampfmaßnahmen befürchtet. Das ist doch skandalös! Wir fordern den Axel Springer Verlag auf, diesen Beschluss zurückzunehmen, da er die Suche nach dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zusätzlich aufgrund von Mutmaßungen erschwert“, sagte Lutz Kokemüller vom ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen.

Verärgert zeigt sich Kokemüller auch über die mangelhafte Informationspolitik der Madsack Mediengruppe. „Am vergangenen Freitag, den 3. Juli, haben wir die Verhandlungen mit der Madsack Mediengruppe aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Kündigung schon bekannt und es wäre notwendig gewesen, uns darüber offiziell zu informieren. Dass wir diese Information über Dritte erhalten, trägt nicht zur Vertrauensbildung bei. Gegenseitige Verlässlichkeit ist aber eine Voraussetzung für erfolgreiche Verhandlungen. Wir erwarten einen anderen Umgang miteinander.“

Die Gesellschafter, darunter die SPD-Medienholding DDVG und der Aufsichtsrat der Madsack Mediengruppe, hatten Ende Juni das Aus für die Druckerei und die Vernichtung von rund 180 Arbeitsplätzen verkündet. Seitdem ringt die Belegschaft der Madsack Druckerei um ihre Arbeitsplätze. ver.di fordert die Offenlegung der wirtschaftlichen Überlegungen, die zum Beschluss über die Schließung geführt haben und eine faire Chance für die Beschäftigten bei der Suche nach Alternativen. „Zur sozialen Verantwortung der Mediengruppe Madsack gehört, auch vermeintliche Krisenzeiten mit den Beschäftigten durchzustehen und die Menschen nicht einfach fallen zum lassen. Reines Profitdenken muss hinten angestellt werden. Alles andere ist Heuchelei“, so Kokemüller.

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