ver.di-Vize Frank Werneke: Ein völlig inakzeptables Verhalten von Axel Springer

werneke2Mit der vorzeitigen Kündigung seiner Druckaufträge schädigt der Axel-Springer-Verlag die Madsack-Belegschaft, die sich derzeit gegen die drohende Schließung ihrer Druckerei wehrt. Indem der Axel-Springer-Verlag der Belegschaft die Arbeit entzieht, versucht er, den Widerstand der Beschäftigten ins Leere laufen zu lassen. „Es ist ein völlig inakzeptables Verhalten des Axel-Springer-Verlages, bei der bloßen Ankündigung von Protestaktionen der Beschäftigten, die um ihre tarifliche und soziale Existenz ringen, Druckaufträge abzuziehen“, erklärte Frank Werneke, stellvertretender Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

„Über viele Jahre hat die Belegschaft der Madsack-Druckerei unerlässlich und engagiert die Druckaufträge von Springer erfüllt. Ausgerechnet jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem Betriebsrat und ver.di über Lösungen für einen Weiterbetrieb der Druckerei verhandeln, wird ein erheblicher Teil des Absatzvolumens schlagartig abgezogen. Das erschwert Protest und Widerstand der Belegschaft von Madsack gegen die geplante Schließung der Druckerei“, sagte Werneke.

Zum Hintergrund: Die Mediengruppe Madsack, an der unter anderem die SPD-Medienholding DDVG beteiligt ist, plant ihre Druckerei in Hannover zum Jahreswechsel zu schließen und die Druckaufträge an eine Druckerei ohne Tarifbindung zu vergeben. Dadurch sind 180 Arbeitsplätze gefährdet. Als Betriebsrat und Beschäftigte Protestaktionen gegen die Schließung ankündigten, kündigte der Axel-Springer-Verlag kurzfristig die Druckaufträge. Am Freitag, 10. Juli, soll die Bild-Zeitung zum letzten Mal in Hannover gedruckt werden. Zur Begründung führt der Axel-Springer-Verlag gegenüber Madsack an, dass durch mögliche Arbeitsniederlegungen der Druck der Bild-Zeitung nicht mehr gewährleistet werden könne, erklärte der Betriebsrat von Madsack.

ver.di befindet sich in Verhandlungen mit Madsack, um die zu Ende des Jahres angekündigte Schließung der Druckerei zu verhindern.

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3 Kommentare zu “ver.di-Vize Frank Werneke: Ein völlig inakzeptables Verhalten von Axel Springer

  1. Das fragwürdige Verhalten des Springer-Verlages ist die eine Seite der Medaille, die andere sollte man aber auch nicht aus dem Blick verlieren: Konnte Springer den Vertrag wirklich so kurzfristig kündigen? Kaum vorstellbar. Warum entlässt Madsack dann Springer so kurzfristig aus dem Vertrag und verschenkt damit wichtige Einnahmen? Oder war es das vielleicht gar nicht, sondern man schloss einen Deal hinter den Kulissen, der Madsack beim Bestreben, die Druckerei möglichst schnell platt zu machen, gut in den Kram passt? Da sollte ver.di mal ganz genau nachbohren! Und geben wir Madsack und seinem SPD-Gesellschafter DDVG keine Chance, sich billig aus der Verantwortung zu stehlen!

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