Ministerpräsident Weil sagt Unterstützung zu

Wegen der geplanten Schließung der Madsack-Druckerei hat der Betriebsrat heute mit Ministerpräsident Stephan Weil ein Gespräch geführt. Weil hatte sich öffentlich kritisch zu der geplanten Verlagerung der Druckaufträge in die tariflose Druckerei Oppermann in Rodenberg bei Bad Nenndorf geäußert. Er sagte den betroffenen Beschäftigten seine Unterstützung zu, da diese auf dem Arbeitsmarkt vermutlich nur sehr schlechte Berufschancen haben würden. Zuvor hatte sich Weil bereits bei Madsack-Geschäftsführer Thomas Düffert über dessen Pläne informiert; mit dem Betriebsrat diskutierte er dessen alternative Überlegungen. Die Position der Gewerkschaft verdi erläuterte Lutz Kokemüller (Fachbereichsleiter Medien). Weil machte kein Hehl daraus, dass er bei seiner Partei, der SPD, ein Glaubwürdigkeitsproblem sieht, seitdem die SPD-Presseholding DDVG, die mit rund 23 Prozent an der Verlagsgesellschaft Madsack beteiligt ist, der Verlagerung der Druckaufträge in die tariflose Druckerei Oppermann zugestimmt und die Tariflöhne der Medienbranche insgesamt in Frage gestellt hat. „Wir bleiben im Gespräch“, betonte Weil zum Abschied.

Am Tag zuvor hat der Betriebsrat mit dem Vorstand des SPD-Unterbezirks Region Hannover unter der Leitung von Dr. Matthias Miersch über die Zukunft der Madsack-Druckerei diskutiert. Neben den Landtagsabgeordneten Dr. Thea Wernstedt, Doris Schröder-Köpf und Marco Brunotte nahm auch die Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack teil. Die Sozialdemokraten sagten den Beschäftigten der Druckerei ihre Unterstützung zu. Sie betonten, betriebswirtschaftliche Entscheidungen müssten auch an soziale Standards gebunden werden. Dies gelte auch und gerade für die Unternehmensbeteiligungen der SPD. Der SPD-Vorstand sagte zu, seine Position auch am Samstag während der Kundgebung der von Arbeitslosigkeit bedrohten Druckerei-Beschäftigten zu erläutern.

Der Betriebsrat wird am Mittwoch, 15. Juli 2015, seine Sondierungsgespräch mit der Madsack-Führung fortsetzen. Er hat inzwischen von der Geschäftsführung einige Unterlagen erhalten. Er arbeitet an einem alternativen Modell, um möglichst viele Arbeitsplätze erhalten zu können. Am Mittwoch, 23. Juli 20015, lädt der Betriebsrat für 14.00 und 22.00 Uhr zu einer Betriebsversammlung ein.

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