Über die Verhandlungen am 26. Juli – GL hat Eckpunkte für Sozialplan vorgelegt

freitagIn konstruktiver Atmosphäre hat Madsack-Geschäftsführer Christoph Rüth am Freitag dem Betriebsrat und Verdi-Verhandlungsführer Lutz Kokemüller weitere Unterlagen zur geplanten Schließung der Madsack-Druckerei in Hannover-Kirchrode übergeben und erläutert. Diese Unterlagen werden der Betriebsrat und ver.di jetzt prüfen. Am nächsten Freitag berät der Betriebsrat mit dem Wirtschaftssachverständigen Thomas Meyer-Fries. Rüth betonte erneut, die Schließung der Druckerei sei angeblich alternativlos und wirtschaftlich zwingend. Ver.di und der Betriebsrat haben gefordert, Einblick in zentrale Passagen des Vertrages zwischen Madsack und der Oppermann-Druckerei zu erhalten.
So muss u.a. geklärt werden, wer die Vertragspartner sind, da auch die Oppermann-Druckerei unternehmensrechtlich ähnlich unübersichtlich ist wie der Madsack-Konzern. Auch brauchen wir zwingend Angaben über weitere Vertragsbestandteile, um eigene Vorschläge zur Beschäftigungssicherung zu entwickeln. Ein entsprechender Fragenkatalog ist der Madsack-Geschäftsführung für Freitag angekündigt worden. Auf Nachfrage betonte Rüth, dass an Gerüchten, Madsack wolle die Druckerei in Hannover bereits in zwei bis drei Monaten schließen und die Zeitungen irgendwo anders drucken lassen, nichts dran sei. Konzernpersonalchef Adrian Schimpf verwies auf Erklärungen der Madsack-Geschäftsführung, dass die Druckerei Ende 2016 geschlossen werde.

Zum Ende des Gesprächs überreichte Schimpf ein Eckpunkte-Papier der Madsack-Geschäftsführung für einen Sozialplan. Dieses Papier enthält als fast einzigen positiven Punkt die Gründung einer Transfergesellschaft, in der MadsackBeschäftigte nach Schließung der Druckerei qualifiziert werden könnten. Diese Qualifizierungsmaßnahmen sind auch Teil der Forderungen für einen Sozialtarifvertrag, die ver.di der Madsack-Geschäftsführung am 17. Juli 2015 übermittelt hat. Die ver.di-Forderungen stellen den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze an die erste Stelle. Die Sozialplan-Eckpunkte der Madsack-GF bieten lediglich an, den sozialen Gewaltakt der geplanten Massenentlassung mit lächerlich niedrigen Geldbeträgen etwas weniger brutal erscheinen zu lassen. „Die wollen uns verhöhnen“, formulierte ein betroffener Drucker empört.

Ver.di und der Betriebsrat sind sich einig, an erster Stelle für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zu streiten. Auch müssen ältere Kollegen über Altersteilzeit und Ausgleichszahlungen sozial sicher in eine ungekürzte Rente kommen. Weiterhin passt nicht zusammen, dass Madsack-Geschäftsführer
Thomas Düffert sich einerseits zu seiner „besonderen sozialen Verantwortung“ bekennt, andererseits bisher nach eigenen Angaben vertraglich nicht dafür gesorgt hat, dass die bei der Oppermann— Druckerei neu entstehenden 45 Arbeitsplätze mit Kolleginnen und Kollegen aus der Madsack-Druckerei besetzt werden müssen. Auch deshalb brauchen ver.di und der Betriebsrat Einblick in die Vertragsunterlagen.

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