OZ-Mitarbeiter protestieren auf dem Weihnachtsmarkt

Ein Viertel der Stellen in der Redaktion der Ostsee-Zeitung soll nach dem Willen des Madsack-Konzerns dem Rotstift zum Opfer fallen. In der Belegschaft wächst der Unmut über das aus Hannover übergestülpte Sparkonzept. Während der Verlag zu dem Thema schweigt, machten Betroffene am 4. Adventssonnabend die Öffentlichkeit auf die die böse Bescherung aufmerksam.

Mit dem Verteilen von Flugblättern wurden die Leser auf dem Weihnachtsmarkt in der Rostocker Innenstadt über den geplanten Stellenabbau informiert. Unter der Überschrift „Harter Sparkurs gefährdet Arbeitsplätze und Qualität“ heißt es in der in einigen Hundert Exemplaren verteilten Information, dass jede vierte redaktionelle Stelle der größten Tageszeitung Mecklenburg-Vorpommerns (Verkaufsauflage 143.000 Exemplare) auf der Streichliste steht.

Die Mitarbeiter machen auf die Folgen aufmerksam: „Weniger Zeit für die Recherche, Redigieren und den Kontakt mit dem Leser. Noch mehr Belastung für die verbleibenden Mitarbeiter, denn die müssen zusätzliche Aufgaben stemmen, um den digitalen Wandels zu bewältigen. Bislang hat die Ostsee-Zeitung diesen gut gemeistert. Das belegen die im Vergleich zu anderen Titeln geringen Auflagenverluste und die Bilanzen, die kontinuierlich Millionengewinne ausweisen.“

Der niedersächsische Medienkonzern, der vor wenigen Monaten endgültig die Mehrheit an der Ostsee-Zeitung übernommen hatte, verfolgt unter dem Namen „Madsack 2018“ seit längerem ein Sparprogramm, das auf Stellenstreichungen, die Zentralisierung von Aufgaben vor allem in Niedersachsen und Tarifflucht hinausläuft. Sein größter Einzelgesellschafter ist die SPD-Medienholding ddvg.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalisten-Verband fordern im Namen der Mitarbeiter Regelungen zur Mindestbesetzung, um qualifizierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern, den Verzicht auf Entlassungen und Schutz bei Ausgliederungen.

Als Reaktion auf den Umbruch in der Medienlandschaft haben ver.di, DJV und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Initiative „Unser Land braucht seine Zeitungen. Qualität und Vielfalt sichern“ ins Leben gerufen. In deren Rahmen fordern sie unter anderem eine Überarbeitung des Landespressegesetzes, um etwa mehr Transparenz über Besitz- und Beteiligungsverhältnisse in den Medienunternehmen zu schaffen. Mehrere tausend Bürger haben das Anliegen bereits mit ihrer Unterschrift unterstützt.

(von der Web-Seite „Qualität und Vielfalt sichern“)

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