LN/OZ: 15 Prozent der Arbeitsplätze sollen geopfert werden – trotz Millionen Gewinne

Die jetzt in Rostock und Lübeck vorgestellten Konzepte, denen kurz- und mittelfristig rund 15 Prozent der Arbeitsplätze zum Opfer fallen würden, werden einmal mehr mit einer „schwierigen wirtschaftlichen Lage“ begründet. Die LN befänden sich „in den roten Zahlen“; die OZ schriebe zwar „noch“ gute Ergebnisse – doch auch ihr drohe ein weiterer Rückgang, hieß es.

Das verwundert angesichts der öffentlich zugänglichen Bilanzen der zurückliegenden Jahre: Die weisen bislang vor allem für die OZ kontinuierlich solide Millionengewinne aus – trotz des immer wieder beklagten Strukturwandels in der Branche von den Print- zu den digitalen Medien.
Schon machen Gerüchte die Runde von „außergewöhnlichen Belastungen“ durch Zahlungen an ehemalige Manager der beiden Firmen. Nach der Demontage des ehemaligen Geschäftsführers Thomas Ehlers, der im Mai 2015 deutlich vor Ablauf seines Vertrages ausscheiden musste, waren weitere Spitzenpositionen auf Weisung aus Hannover neu besetzt worden, um die zuvor relativ eigenständig agierenden Verlage im Norden „auf Linie“ zu bringen. 
Das neue Regiment bekam kurz darauf die Redaktion zu spüren: Sie wurde zuerst Opfer des vom größtes Madsack-Gesellschafter, der SPD-Medienholding ddvg aktiv getragenen Abbau-Szenarios. Denn obwohl sozialdemokratische Verantwortliche wie der Schatzmeister und ddvg-Generaltreuhänder Dietmar Nietan nicht müde werden „einen Beitrag für die plurale Meinungslandschaft in Deutschland leisten“ zu wollen, verordnen sie den bereits blutarmen Patienten weitere Aderlässe: Um ein Viertel soll bis 2018 die Zahl der Mitarbeiter in den Redaktionen zwischen Usedom und Grevesmühlen gekürzt werden.
Diese Konflikt ist noch nicht endgültig gelöst. Es stehen weiter Forderungen der Gewerkschaften nach einer besseren Besetzung im Raum; und die neue Produktionsmethode muss erst ihren Praxistest bestehen – dennoch scheinen die Madsack-Verantwortlichen weiter fest entschlossen, ihre fragwürdigen Spar-Konzepte in Rostock durchzuziehen. Die Belegschaft rüstet zu weiteren Gegenwehr; Gewerkschaft und Betriebsrat kündigen energischen Widerstand an. Die anstehenden Verhandlungen werden zeigen, ob es Spielraum für Kompromisse gibt oder eine Eskalation droht.

(aus einem Text von der Web-Seite „Qualität und Vielfalt sichern“)

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