KSC-Streik 2013/2014: Wir haben gekämpft

OssietzkyDie Massenkündigungen beenden den längsten Streik in der deutschen Zeitungsgeschichte. Sie sind der brutale Schlußpunkt hinter einen über 17 Monate mit insgesamt 117 Streiktagen geführten Arbeitskampf. Das Ende eines Ringens in einer Billiglohnfirma, die Madsack noch vor zwei Jahren zum führenden deutschen Servicecenter der Zeitungsbranche hatte ausbauen wollen – selbstverständlich ohne Tarifbindung“, schreibt die Zweiwochenschrift Ossietzky in ihrer aktuellen Ausgabe über die Streik im Kunden Service Center der Mediengruppe Madsack in Hannover. Weiterlesen

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Hat der Streik im KSC in Hannover etwas gebracht? Klare Antwort: JA!!!

Am 30.09.2014 wird das Call-Center von Madsack in Hannover endgültig geschlossen. Auf der Facebook-Seite „KSC Haustarif – Die freundlichen Stimmen am Telefon fordern gerechten Lohn“ wird der Stand noch einmal kommentiert. „Einige sind noch in der Transfer AG, einige müssen noch Tätigkeiten im Betrieb ausführen, andere haben zum Glück schon einen neuen Job – alle werden wir langsam in alle Himmelsrichtungen verteilt.

Jetzt die Frage: hat der Streik etwas gebracht ?
Klare Antwort: Alle, nie in den letzten Tagen die Abfindungsabrechnung erhalten haben, wissen es: JA !!!!!
Der Betrieb wäre auch ohne Streik geschlossen worden. Man hätte uns das bloß schon früher sagen können, aber da glaubte jemand, wir würden schneller wieder aufgeben. Aber unsere Zähigkeit und unser Einsatz und unsere Öffentlichkeitsarbeit haben wenigstens dazu geführt, daß man uns nicht einfach abfertigen könnte, wie all die 14 Jahre davor. Hat ja jeder Schwarz auf Weiß vor sich und die Befristeten wissen das auch.

Wir danken nochmal allen, die uns unterstützt und sich für uns eingesetzt haben. Hättet ihr uns nicht ernstgenommen, stünden wir jetzt mit weniger da. Bitte setzt euch auch für die nächsten Kolleginnen und Kollegen ein, die im Arbeitskampf und zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen eure Hilfe brauchen. Es ist Zeit aus der Stockstarre herauszukommen. Arbeiten in Deutschland ist längst nicht mehr auf einem vertretbaren Stand.

Gründet Betriebsräte, tretet in Gewerkschaften ein, engagiert euch !
Wir haben gesehen wie breit und breitgefächert Unterstützung sein kann, auch unter den widrigsten Umständen. Nur Mut !“

117. Tage Streik, jetzt der Sozialplan und die Betriebsschließung des KSC

ksc117Der Blog „haustarif KSC“ bilanziert erstmalig den Arbeitskampf im KSC, der am Ende nicht zum Erfolg führte. „Unser Dank gilt noch einmal allen, die uns unterstützt im Kampf unterstützt haben. Wir haben schon oft Brecht zitiert und ja – wir haben verloren – aber wenigstens haben wir vorher gekämpft und das kann uns niemand nehmen. Ohne die vielseitige Hilfe von euch allen und die tollen Ideen hätten wir nie so weit durchhalten können. Gebt den KollegInnen in Halle eine Chance. Sie werden ihr bestes tun, haben aber ein System im Nacken, das qualitativ hochwertige Arbeit nicht unterstützt. Aber mit ein bißchen Einfühlsamkeit der Kunden können die KollegInnen vielleicht die notwendige Arbeitserfahrung erreichen. Wir werden uns in die Winde zerstreuen. Wir hoffen, daß niemand von uns vor die Hunde geht und alle ihre Zähigkeit, die sie im letzten Jahr bewiesen haben, in Jobs einbringen können, die Ihnen Erfüllung bringen. Weiterlesen

Radio Flora-Interview zur Schließung des KSC in Hannover

flora„Radio Flora“ – Hannovers Web-Radio beschäftigt sich in einem 16minütigen Beitrag mit der Schließung des Call-Centers von Madsack in Hannover. Es werden in Form eines  Interviews die Folgen der angekündigten Schließung für die Beschäftigen thematisiert, aber auch die Frage aufgegriffen, ob die Schließung des KSC eine Folge des Streiks sei. Darüber gibt es eine Diskussionen in der Belegschaft. Eingegangen wird auf die Rolle von Madsack als Medienunternehmen, das in seinen Zeitungen über den Streik im KSC mit keinem Wort informiert hat.

ver.di an Madsack-Geschäftsführung: Nehmen Sie die Schließung des KSC zurück, reden Sie mit uns

verdi_logo_ohne_claim_fond_transparentIn einem Schreiben an die Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack hat ver.di diese aufgefordert, den Schließungbeschluss des KSC zurückzunehmen.„Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die demokratische Teilhabe der Beschäftigten an der Ausgestaltung ihrer Arbeitsbeziehungen, drängt sich uns der Eindruck auf, dass Sie mit ihrer Entscheidung die Mitarbeiterinnen disziplinieren wollen … Aus unserer Sicht sind die angeblich wirtschaftlichen Überlegungen letztlich nur vorgeschoben. Nach den uns bekannten Fakten wäre es durchazus möglich, dass von Ihnen vor zwei Jahre bechriebene Ziel zu erreichen.“ (erfolgreicher Dienstleister). „Die im KSC tätigen Mitarbeiterinnen sind hoch qualifiziert und motiviert. Sie haben allerdings den Anspruch, ihre Arbeitsbedingungen auf Augenhöhe mitzugestalten. Dieser Anspruch wurde und wird den Beschäftigten von Ihnen verwert. “ ver.di bietet Gespräche an, „damit wir gemeinsam eine für die Zukunft tragfähige Lösung zur Sicherung und zum Erhalt der Arbeitsplätze des KSC finden und vereinbaren.“

ver.di: Madsack schließt Kunden Service Center nach 117 Streiktagen in Hannover

150602-10.verdi_FahneMit Wut und Empörung haben die Beschäftigten des Kunden Service Centers (KSC) der Mediengruppe Madsack auf die gestrige Ankündigung der Konzernleitung reagiert, das Servicecenter bis Dezember 2014 zu schließen. Davon betroffen sind 87 Beschäftigte auf 57 Vollzeitstellen, die ihre Arbeitsplätze in Hannover verlieren werden. Madsack will die Kundenaufträge künftig an MZ Dialog, ein Unternehmen der Mediengruppe DuMont Schauberg in Halle vergeben. Weiterlesen

Madsack schließt Call-Center in Hannover und Leipzig – 130 Arbeitnehmer betroffen

Die Mediengruppe Madsack wird das Kunden Service Center in Hannover schließen, davon sind nach ver.di Informationen 87 Personen im KSC betroffen.  Der Auftrag wird künftig an MZ Dialog, ein Unternehmen der Mediengruppe M. DuMont Schauberg in Halle, vergeben. Während der Verkündung dieser Maßnahme, so berichten Teilnehmer, flossen Tränen. Aus ver.di-Kreise war große Empörung zu hören. “Wir stehen an der Seite der Betroffenen, die sich seit Jahren für die Kunden engagiert haben und die jetzt vor die Tür gesetzt werden sollen. Auch in Leipzig wird man das dortige Call-Center zum 31.12.2014 abwickeln und den Auftrag ebenfalls nach Halle vergeben. Von dieser Maßnahme sind nach unseren Informationen 44 Arbeitnehmer/innen betroffen”, so ein ver.di-Vertreter. “Während die Herren in der Konzern-Zentrale viel Geld verdienen, trifft ihre Maßnahmen jene Menschen, die wenig, sehr wenig verdienen.”
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Madsack droht ver.di: Wir entscheiden bis Sommer, was mit dem Call-Center in Hannover wird

10408514_1489977921236132_6445276676830129613_nIn einem Gespräch zwischen der Madsack-Konzernleitung und ver.di am 5. Juni 2014 hat das Unternehmen erklärt, dass der KSC-Geschäftsführer Nixdorf kein Verhandlungsmandat der Gesellschafter mehr hat. Man will mit ver.di trotz aller Annäherung in den Tarifgesprächen auf betriebliche Ebene keinen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Call-Centers abschließen. Vielmehr droht das Unternehmen, noch vor der Sommerpause die Beschäftigten des KSC  über das Herangehen der Konzerngeschäftsführung an das Call-Center in Hannover in Kenntnis zu setzen, was soviel heißen kann, dass man die Aktivität oder große Teile nicht mehr in Hannover betreiben könnte. Bereits im Vorfeld des Gesprächs hatten Medien darüber informiert, dass Madsack u.a. ihre Call-Center-Aktivitäten bundesweit ausgeschrieben hatte. ver.di wird weiterhin die Beschäftigten tatkräftig unterstützen, um ihre Arbeitsbedingungen zu regeln.

Madsack stellt Abo-Vertrieb neu auf – Folgen für Call-Center

ktDie Mediengruppe Madsack überprüft  bestehende Prozesse, Verträge und Dienstleistungen im Bereich der Lesermarktbearbeitung. Über Details will das Unternehmen im Moment nichts sagen. Nach Informationen des Fachmagazins „Kontakter“ (23/2014) sind die Dienstleistungen für die Abo- Kundenakquisition bundesweit ausgeschrieben worden, was soviel heißt, dass es um die Call-Center von Madsack bzw. den Vertragspartnern gehen dürte. Der Call-Center Partner des LVZ gehört zur insolventen Stark-Gruppe aus Bremen und man kann vemuten kann, dass es hier zu neuen Vertragsbeziehungen kommt. Mit der Neugründung von Madsack Market Solutions soll dieser gesamte Prozess neu organisiert werden.

115. Streiktag im KSC

10429818_1484082745158983_3208978444926540347_nHeute ist der 115. Streiktag der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten des Call-Centers von Madsack in Hannover. Ihnen geht es darum , „dass es uns nach 14 Jahren Spardose im Hause Madsack um etwas Anerkennung, um etwas Wertschätzung, geht. Auf unserem Rücken hat der Verlag viele Einsparungen gemacht. Wir bekamen immer und immer mehr Arbeit, aber keinen Cent mehr. … Weiterlesen